Clemens Schmale, ein leidenschaftlicher Orientalist seit über 50 Jahren
Clemens Schmale, Jg. 1957, las – wie sicherlich viele Jugendliche – Karl Mays Abenteuerromane über Kara ben Nemsi und Haji Alef Omar, und so muss er schon ab Ende der 60 er Jahre vom Orient fasziniert gewesen sein. Heute – mehr als 50 Jahre später – ist er leidenschaftlicher Hobby-Orientalist und Mitglied im Zenith-Club.
Schon 1971 bereiste er mit seiner Mutter erstmals den Balkan und erreichte so Regionen, die lange Zeit zum Osmanischen Reich gehörten und trotz des dortigen Kommunismus seinerzeit immer noch teilweise islamisch geprägt waren. Ein Jahr später traf er durch einen Tagesausflug nach Marokko mit voller Wucht auf die exotische Welt Nordafrikas und den Islam anlässlich eines kurzen Abstechers von Algeciras nach Tanger – zugleich seine erste Stippvisite ausserhalb Europas.
Aber schon im Jahr danach führte ihn – erneut mit seiner Mutter und wiederum im eigenen Wagen- eine rund 12000 KM lange Route durch die gesamte Türkei und bis weit in den Osten Syriens. Diese mehr als vierwöchige Vorderasien-Reise war etwas ganz Besonderes und beruhte nicht zuletzt auf privaten Kontakten nach Van im äussersten Osten Anatoliens, und das zu einer Zeit , als noch niemand die Türkei touristisch auf dem Schirm hatte. Erst kurz vor den Grenzen Irans und Iraks machte man kehrt. Syrien und die “BRD” unterhielten damals nicht einmal diplomatische Beziehungen.
Wenige Jahre später fuhr er mit seiner Freundin allein nach Istanbul und machte Urlaub bei einem Freund auf asiatischer Seite im Stadtteil Erenköy. Zuvor aber – 1974 – machte man sich zu zweit auf die lange Eisenbahnreise vom belgischen Verviers bis Marrakesch, wo das marokkanische Schienennetz endet. Der zum Teil illegale (fehlendes Visum !) Aufenthalt in Nordafrika, eine Beinahe-OP im Krankenhaus von Casablanca sowie ein gewalttätiger Überfall dort liessen diese Tour fast nicht gut ausgehen.
Aber schon 1976 -kaum ein Jahr nach dem Erhalt des Führerscheins- startete er von Langeoog/ Nordsee aus als Schüler eine VW-Bus Reise in die Sahara. Einer der beiden Komplizen sprang ab, und so reiste man zu zweit von Genua per Schiff via Sardinien und Sizilien nach Tunis, um – mit geringstem Budget – weiter zu fahren nach Libyen (unter Oberst Ghaddafi) und nach Algerien. Der völlig veraltete und defekte VW Bulli musste mehrfach in die Werkstätten, und dennoch überstand er den langen Rückweg von Zentralalgerien über Marokko und Madrid bis Waltrop.
Viele Reisen folgten, darunter mehrfach nach Tunesien, erneut nach Marokko, in den sowjetischen Kaukasus, ins geradezu noch maoistische Albanien, nach Israel, nach Libanon, Jordanien, in den unruhigen Nord-Jemen und ins türkische Nordzypern. Seine erste Tour als Reiseleiter im Norden Afrikas führte nach Kairo, ins Nildelta und in die libysche Wüste. Ende der 90 er Jahre reiste er per Leihwagen durch nahezu alle Vereinigten Arabischen Emirate, besuchte Bangla Desch und Malaysia. Auch Indonesien stand mittlerweile auf der Agenda und Indien und Nepal mittlerweile schon mehrfach. Seinen 38. Geburtstag feierte er in Urgentsch/ Usbekistan und Jahre später ganz in der Nähe in Samarkand den 62.
Viele Reisen – auch als Tourguide- führten ihn nach Oman und Iran, ebenso nach Katar, Bahrein, Kuwait und erneut nach Zentralasien einschl. Tadschikistan, Kirgistan, Turkmenistan und Westchina/ Xinjiang. 2023 schließlich konnte er endlich das letzte Land der arabischen Halbinsel besuchen: Saudi Arabien und gar individuell die Heilige Stadt Medina mit dem Grab des Propheten. Ein Jahr später flog er gar in das als unbereisbar bezeichnete Pakistan einschl. der Krisenprovinz Belutschistan, wo es auch während seines Aufenthalts zu einem verheerenden Selbstmordattentat kommt. Die meiste Zeit zwischen Lahore und Karachi war er aufgrund behördlicher Auflagen mit Polizeischutz unterwegs.
Und auch den Kaukasus nimmt er erneut ins Visier: 2024 Armenien und Georgien im Folgejahr. Und ein geradezu letzten weißen Fleck auf der Landkarte der arabischen Welt konnte er 2025 beseitigen, indem er erstmals den Irak bereiste, und zwar sowohl das alte Mesopotamien als auch den autonomen Norden des Landes – Kurdistan.
Dem Islam begegnet er im übrigen auch auf Reisen nach Ostafrika (u.a. Tansania) und nach Westafrika (u.a. Senegal und Gambia).
In mehr als zwölf verschiedenen Vorträgen berichtet er über Jahrzehnte hinweg hunderte von Malen über seine Erfahrungen im Orient und in der islamischen Welt Asiens und Afrikas.